Vertrauen 

Ein Thema was jeden Pferdemenschen in irgendeiner Form betrifft. Egal wie wir es nun benennen werden, das Gefühl, eins zu sein, in Harmonie miteinander zu sein und sich zu verstehen, all das wird verpackt in Vertrauen. Doch wie oft erwarten wir bedingungsloses Vertrauen von unserem Pferd & wie oft ertappen wir uns dabei, dass wir selbst eigentlich gar nicht vertrauen? Mir passiert es öfter als mir je bewusst war.  Doch auch das ist etwas woran man arbeiten kann. Mein persönlicher Tipp: Hinhören, hineinspüren und analysieren WARUM man gerade misstraut. Vielleicht kommen einem Hirngespinste und vergangene „schlechte Erfahrungen“ hoch. Vielleicht  entsteht es auch durch Unsicherheit im Umgang.

 Der Klassiker:  Führen. So ziemlich jeder hat sich angewöhnt sein Pferd ja nicht aus den Augen zu lassen wenn man es führt. Eigentlich ja auch nichts verwerfliches, doch betrachten wir mal die Situation aus der Sicht des Pferdes; 

Wir gehen bei einer Hauseinfahrt vorbei, an welcher Müllsäcke platziert sind. 
Natürlich  registrieren wir diese komisch aussehenden Säcke als erstes und werfen gleich mal einen prüfenden Blick zum Pferd. Gegen einen prüfenden Blick sagen wir nichts, nur der Unterschied: permanentes anstarren! Da wir uns so sehr darauf konzentrieren, die Situation zu kontrollieren, halten wir die Luft an oder atmen nur oberflächlich,  was wiederum dem Pferd signalisiert dass irgendwo Gefahr sein muss! Durch das „nicht aus den Augen lassen“ und anstarren verstärken wir dies zusätzlich noch. Außerdem können wir uns nicht mehr darauf fokussieren wo wir hin gehen wollen und damit vernachlässigen wir die Führung. 
Einige Faktoren die  zusammenkommen und wir es unserem Partner Pferd nicht unbedingt einfacher machen, sich mit Gespenstischen Dingen wie Müllsäcke o.Ä. anzufreunden.  
DENN DA MUSS JA WAS GEFÄHRLICHES SEIN WENN DER MENSCH DEN ATEM ANHÄLT UND SICH SO VERHÄLT. 

Verständlich ist natürlich, dass vergangene Unfälle, gefährliche Situationen oder vor allem Augenscheinlich plötzliche brenzlige Situationen misstrauen verursachen.  Vielleicht kann ich helfen indem ich sage: Pferde reagieren immer so, wie es die Situation erfordert. Also wenn du die Müllsäcke siehst bevor du davor stehst und 50m vorher die Luft anhältst und das Gedankenkino in deinem Kopf los geht ……. 

Was können wir nun tun, wenn das Misstrauen in brenzligen Situationen hoch kommt?

-          Konzentriere dich auf deine Atmung; Atme gleichmäßig in deinen Bauch 

-          Lass deine Schultern hängen 

-          Stell dir vor du betrachtest dich von oben wie du ganz entspannt gemeinsam mit deinem               Pferd die Straße entlang gehst

-          Was auch hilft; Zähle zb. in 2er Schritten von 100-0

 

Werde dir bewusst, dass du besser als dein Pferd weißt, was in der Welt des Menschen gefährlich ist, und was nicht. Dein Pferd weiß nicht, dass Müllsäcke an jeder Straßenecke stehen und dies nichts Besonderes ist. 

Jetzt bin ich vom eigentlichen Thema etwas abgeschweift, worauf ich hierbei aber hinaus wollte: Wir misstrauen öfter als es uns lieb ist. Anstelle das Vertrauen des Pferdes uns gegenüber in Frage zu stellen sollten wir uns erst mal damit auseinandersetzen ob wir denn unserem Pferd vertrauen.